Immobilien-Kauf: Angeld, Reugeld oder Akonto?

Immobilien-Kauf: Angeld ("caparra confirmatoria"), Reugeld ("caparra penitenziale”) oder Akonto?

Wichtig für alle, die Immobilien kaufen oder verkaufen: Einer der Punkte, der bei der Unterzeichnung eines Kaufvorvertrags für Zweifel sorgt, sind die Anzahlungen. Diese Summe kann als Angeld ("caparra confirmatoria"), als Reugeld ("caparra penitenziale") oder einfach als Akonto bezahlt werden. Diese 3 Formen sind grundlegend verschieden und bringen spezifische Rechte und Pflichten mit sich. Rat und Hilfe in Sachen Kaufvorverträge von Immobilien gibt der Beratungsdienst der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS):

Das Angeld ("caparra confirmatoria") ist durch den Art. 1385 des Bürgerlichen Gesetzbuches geregelt und die am häufigsten gewählte Form. Mit dem Angeld übergibt man eine Geldsumme, um die mit dem Vorvertrag eingegangene Bindung zu bestätigen, und sie stellt auch einen Schadenersatz im Falle der Nichterfüllung des Vertrages dar. Zieht sich der Käufer aus dem Vertrag zurück, verliert er die gezahlte Summe. Macht hingegen der Verkäufer einen Rückzieher, muss er dem Käufer die bezahlte Summe plus denselben Betrag als Pönale erstatten: Er muss also das Doppelte des Angeldes bezahlen.

Das Reugeld ("caparra penitenziale"), geregelt durch Art. 1386 des Bürgerlichen Gesetzbuches, ist hingegen ein von Käufer und Verkäufer für den Fall des Rücktritts vereinbartes Entgelt. Wer den Schaden erleidet, hat Anrecht auf das Reugeld, ohne den entstandenen Schaden beweisen zu müssen. In einem solchen Fall kann jedoch kein weiterer Schadenersatz verlangt werden. Wurde ein Reugeld vereinbart, ist es nicht möglich, vor Gericht die Vertragserfüllung einzuklagen.

Ein Akonto ist ein Teil des Kaufpreises, der vorab bezahlt wird und der erstattet werden muss, wenn der Kauf aus irgendeinem Grund nicht zustande kommt.

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