Autofarben: Schwarz und Weiß oder doch Rot und Blau?

Die Vielfalt an Automodellen auf Südtirols Straßen ist beachtlich, die Vielfalt der Farben dagegen weniger. Wer sich die Mühe macht, näher darauf zu achten, wird feststellen: Ein Großteil der Autos ist schwarz, weiß, silbern oder grau. Der Trend geht allerdings zur Farbe.

Auffällige Farben sind aus der Autolandschaft der vergangenen zwanzig Jahre fast vollständig verschwunden. Einmal abgesehen von einem Ferrari, der immer noch am besten in Rot daherkommt, steht man in Südtirol auf Elementares: Schwarz und Weiß vor allem, dazu aber auch Silber- und Grautöne. Und Ende.

Südtirol bildet da übrigens keinen Einzelfall. Weltweit teilen sich die Farben auf die 2014 zugelassenen Autos folgendermaßen auf:

29 Prozent sind weiß,
19 Prozent schwarz,
14 Prozent silbern und
12 Prozent grau.

Macht zusammen einen Anteil von nicht weniger als 74 Prozent, wobei sich die Verteilung untereinander von Kontinent zu Kontinent unterscheidet. In Südamerika, vor allem aber in Afrika sind Autos vorwiegend weiß, was wohl auch damit zu tun hat, dass ein schwarzes Auto unter der afrikanischen Sonne einen leichten klimatischen Nachteil haben könnte.

In Deutschland scheint man dagegen für ein bisschen zusätzliche Wärme dankbar, weshalb im Farbranking der Autos Schwarz mit 28 Prozent knapp vor Silber/Grau (27 Prozent) führt, während ein Fünftel aller Fahrzeuge weiß ist. Weit abgeschlagen folgen die Farben Blau (neun Prozent) und Rot (sechs Prozent).

Glaubt man den Trendforschern im Autobereich, so dürfte die farbliche Eintönigkeit bald ein Ende haben. Das liest man nicht aus der Kristallkugel, sondern durchaus auch aus den Daten der Branche, etwa der Autolack-Hersteller, die immer öfter ins bunte Sortiment greifen müssen. Die Liebe zur Farbe ist übrigens ein Revival, hat die Autowelt doch bereits in den 1970ern und 1980ern eine bunte Phase durchlebt.

Warum man wieder mehr auf Farben steht, soll - so erklären es die Experten - mit dem Trend hin zu immer individuelleren Produkten zu tun haben. Produkte - und da stehen Autos ganz vorn - sollen die eigene Persönlichkeit widerspiegeln und die Einzigartigkeit unterstreichen. Und das ist nun einmal schwierig mit einem weißen, schwarzen oder grauen VW, den auch der Nachbar fährt.

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