Motiviert und tätowiert: Körperschmuck und der Arbeitsmarkt

Was für den einen Körperschmuck, ist in konservativen Berufssparten oft ein Karrierekiller: Tattoos! Sie polarisieren. Doch immer mehr Menschen tragen sie, und obwohl sie im Privatleben schon fast alltäglich sind, gibt es im Berufsleben immer noch geteilte Meinungen darüber.

In den vergangenen Jahren hat sich ein gewisser Trend zum Tattoo entwickelt. Wo früher die Farbe unter der Haut zumeist nur von Musikern, Häftlingen oder Seemännern getragen wurde, wirkt man heutzutage als Nicht-Tätowierter am Strand doch schon ein wenig "spießig". Doch wie sieht es im Berufsleben aus? Haben all die Menschen, die man am Strand oder im Schwimmbad sieht, Probleme mit der Jobsuche?

Die Akzeptanz von tätowierten Menschen in der Berufswelt hat sich in vielen Branchen gebessert. Vom Gesetz her darf man Körperschmuck jeder Art tragen, das schließt auch Tattoos ein. Auffällig in letzter Zeit ist die Tatsache, dass sehr viele junge Menschen, die noch in der Ausbildung stehen, bereits auffällig tätowiert sind. In dem Alter denkt man noch nicht an mögliche Konsequenzen.

Generell ist es für den Arbeitgeber wichtig, dass bereits bei der Bewerbung mit offenen Karten gespielt wird. Sind Tattoos bei normaler Arbeitskleidung zu sehen, macht es wenig Sinn, sie beim Bewerbungsgespräch zu verstecken. Generell gilt im Vorstellungsgespräch, authentisch zu sein - sich so zu zeigen und zu geben, wie man ist, und dazu gehört eben auch der Körperschmuck.

Die Akzeptanz von Tattoos im Berufsleben ist generell gestiegen, dennoch gibt es einfach bestimmte Berufe, wo es gar nicht geht, offen Tattoos oder auch Piercings zu zeigen. Das sind neben den immer als konservativ geltenden Banken und Versicherungen auch alle Berufe, wo man mit "seriösen" Kunden zu tun hat. Hier wird dann vielleicht doch ein Kollege zum Abteilungsleiter befördert, der nach Ansicht der Führungskraft eher "vorzeigbar" ist. Denn je höher der Posten angesiedelt ist, desto wichtiger oft auch der Kontakt nach außen - zu anderen höher gestellten Kollegen, zum Geschäftsführer, zu Geschäftspartnern und Kunden.

Am Ende kommt dann immer noch das gewisse Quäntchen Glück dazu: Jede Führungskraft, die Personalauswahlgespräche führt, hat ihr eigenes Wertemuster. Wenn der Interviewende selbst Tattoo-Träger ist oder Piercings trägt, dann wird er dies auch beim Bewerber akzeptieren.

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